7 Dinge, die ich als Vegetarier gelernt habe

Hellou, ihr Lieben 🤗
Im heutigen Blogpost soll es einmal um ein etwas anderes Thema gehen, als ihr normalerweise von mir gewöhnt seid, denn ich möchte über Ernährung sprechen. Vielleicht wissen bereits einige von euch, dass ich seid sieben Jahren Vegetarier bin und nun möchte ich von meiner Erfahrung damit berichten, denn vielleicht können sich ja einige in den Situation wiederfinden oder Außenstehenden fällt es danach leichter, uns zu verstehen.


Du stehst plötzlich im Mittelpunkt

Ob man will oder nicht: Sobald andere von deiner Entscheidung Wind bekommen, folgt erst einmal ein prüfender Blick und du wirst wahrscheinlich mit vielen Fragen gelöchert. Zum Beispiel „ob du da jetzt auch mitmachst“ oder wie um alles in der Welt man denn bitte auf Fleisch verzichten könne. Auch mir war es manchmal unangenehm so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, aber ich kann euch beruhigen: Die Aufregung legt sich wieder.

Ich war damals die erste in meiner Familie, die sich dazu entschieden hat und da ist es klar, dass man die Neugier der anderen weckt. Aber wenn sie merken, dass du hinter deiner Entscheidung stehst und sie ernst nimmst, dann werden sie sie irgendwann auch akzeptieren. Diese Erfahrung habe ich auf jeden Fall gemacht. Aus diesem Grund: Go for it!

Irgendwann kennst du die Witze und Sprüche auswendig

Zu den neugierigen kamen schließlich auch Witze und Sprüche hinzu à la „Das kann auf keinen Fall gesund sein; du wirst Mangelerscheinungen bekommen“ bis hin zu „Vegetarier müssen immer eine riesige Schüssel Salat vor sich stehen haben“. Am Anfang bin ich darauf immer ziemlich angesprungen, aber mittlerweile kann ich gut damit umgehen. Menschen machen über alles ihre Witze, was sie nicht selbst betrifft, egal ob die Körpergröße, Kleidung oder eben auch die Ernährung ihrer Mitmenschen.

Ich bin der Meinung, man sollte auch einmal über sich selbst lachen können und sich nicht immer gleich gekränkt fühlen. Man sollte das Leben und sich selbst nicht so ernst nehmen, sondern Spaß daran haben. Vielleicht ist das jetzt einfacher gesagt als getan, aber ich habe es ausprobiert und kann euch versprechen, es funktioniert.

Lebensmotto: „Leben und leben lassen“

Ihr seid nun aber nicht nur für den Humor eurer Mitmenschen zuständig, sondern habt auch eine gewisse Verantwortung. Denn auch wenn es niemand zugibt, so beeinflusst ihr doch die anderen um euch herum damit. Sie müssen sich plötzlich, eher unfreiwillig, mit diesem Thema auseinandersetzen und das fällt nicht immer leicht.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Ernährung zu einem sehr sensiblen und persönlichen Thema geworden ist und man versuchen muss, niemanden auf den Schlips zu treten. Von daher habe ich meine Aufgabe immer mehr in der Aufklärung als der Belehrung gesehen. Wenn man darauf zu sprechen kommt, dann habe ich gerne meine Beweggründe erklärt, aber ansonsten versuche ich niemanden dazu zu drängen.
Denn jeder von uns ist individuell, hat andere Erfahrungen und ein anderes Leben. Deshalb kann nicht für jeden alles funktionieren. Ich weiß, es ist schwer, wenn man plötzlich von einer Idee vollkommen überzeugt ist und die anderen sich nicht mitreißen lassen, aber geht das ganze etwas entspannter und werdet zu einem „sympatischen Vegetarier“ 😉

Dir bleibt trotzdem noch „genug“

Ein weiteres Vorurteil gegenüber Vegetariern ist, dass sie nun nicht mehr so viel essen können und der Speiseplan eintönig wird. Das ist meiner Meinung überhaupt nicht der Fall, denn man kann auch ohne Fleisch und Fisch so tolle und leckere Gerichte zaubern. Es gibt ganze Kochbücher darüber und auch wenn ihr googelt, werdet ihr eine ganze Menge finden. Lasst euch davon also nicht verunsichern, ich kenne keinen Vegetarier, der jeden Tag Salat ist.
Wenn ich euch auf meinem Blog mal vegetarische Rezepte vorstellen soll, dann schreibt es mir gerne in die Kommentare ⬇

Du wirst deswegen nicht plötzlich abnehmen oder gesünder essen

Auch das ist noch ein weitverbreitetes Gerücht und auch dem kann ich so nicht zustimmen. Genau wie ein Mensch, der alles isst, kann man sich gesund oder ungesund ernähren, denn Fast Food, Fertiggerichte und zu viele Süßigkeiten gibt es auch in vegan oder vegetarisch. Und auch tausende an Kalorien kann man in dieser Form zu sich nehmen.

Wichtig ist, dass ihr euch mit eurem Körper und eurer Ernährung auseinandersetzt, euch ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, viel trinkt und ausreichend Sport treibt. Sei gut zu dir und deinem Körper, denn er wird dich dein ganzes Leben lang begleiten.

Du und dein Umfeld gewöhnen sich daran

Ja, auch das ist wahr und die Fragen und Blicke vom Anfang werden weniger werden; das ist zumindest meine Erfahrung. Wenn du ihnen damit nicht auf den Keks gehst, werden sie das auch bei dir nicht tun. Wenn du ihnen zeigst, wie selbstverständlich es für dich geworden ist, werden sie es auch so ansehen und okay finden, wenn du beim Grillabend auf dein Steak verzichtest und dir dafür einen gegrillten Maiskolben gönnst.

Nicht nur dein Umfeld sondern auch du wirst dich daran gewöhnen. Vielleicht hast du Angst, dass du Fleisch und Fisch vermissen könntest, aber bei mir war dies nicht der Fall. Ich bin nicht Vegetarier, weil es mir nicht schmeckt oder ich es nicht vertrage, aber ich brauche es nicht mehr in meinem Leben. Und wenn ich eine saftige Roulade vor mir sehe, dann würden für mich trotzdem die Gründe, es nicht zu essen, überwiegen.
Also gib dir und deinem Umfeld Zeit, sich daran zu gewöhnen, denn Stress bringt in dem Fall keinem etwas.

Du kannst deine Entscheidung jederzeit rückgängig machen

Das mag jetzt vielleicht sehr simpel klingen, aber manchmal habe ich das Gefühl, die Leute denken, es wäre eine Entscheidung fürs Leben. Vielleicht ist sie das bei dem ein oder anderen und auch ich denke von meinem jetzigen Standpunkt aus, dass ich nie wieder Fleisch essen werden, aber bekanntlich soll man niemals nie sagen.

Vielleicht ändert sich irgendwann die eigene Einstellung oder Denkweise und man entscheidet sich doch wieder dafür, Fleisch zu essen. Wenn man ehrlich ist und es sich selbst und vor anderen eingesteht, ist das kein Beinbruch, denn jeder hat sein Leben selbst in der Hand. Man kann seine Ernährung jederzeit umstellen und deshalb kann ich euch nur ermutigen: Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euch vegetarisch zu ernähren, dann probiert es einfach mal aus.


Kam euch die ein oder andere Situation bekannt vor oder habt ihr eine Meinung dazu? Dann schreibt es mir gerne in die Kommentare – ich bin sehr gespannt auf eure Ansichten. Auch wenn ich mehr zu dem Thema schreiben soll, dann lasst es mich gerne wissen.
Ansonsten passt auf euch auf und bis bald. Liebe Grüße, Michi 🌞

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2 Gedanken zu “7 Dinge, die ich als Vegetarier gelernt habe

  1. Danke für diesen differenzierten Beitrag. Ich betrachte mich nicht als Vegetarierin, denn ich esse noch Fleisch, einfach vielleicht bloss ein- oder zweimal im Monat und wenn, sehr kritisch in Bezug auf das woher und wie! Meine Erfahrung ist heute, dass sich sehr viele Menschen Gedanken machen über die Produktion von tierischen Esswaren. Dazu gehören ja auch Milch und Eier. Das Interesse und die Frage „was isst man da denn so“ kommt immer häufiger. Auch die Fragen nach Rezepten und Ideen. Ist doch toll und gut für unseren Planeten. Allerdings kann man auch als Vegetarier sehr ungesund essen und mittlerweile sind die Regale voll mit Halbfertig- und Fertigprodukten. Aber das ist nicht das was ich mir wünsche! Mir ist wichtig, dass ich nicht nur ausgewogen esse, sondern auch den kleinstmöglichen Fussabdruck hinterlasse und da trägt das Vegi-Business sicher nicht bei. Aber offensichtlich wird das gekauft. Leider.

    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und dein Lob 😄

      Ich finde es toll, dass du dir Gedanken um die Herkunft und Qualität deines Fleischs machst und ich stimme dir in dem Punkt zu, dass immer mehr Menschen darüber nachdenken. Ich höre auch nicht beim Fleisch auf, sondern kaufe Eier auch nur beim Bauern meines Vertrauens. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Resonanz der Verbraucher zu gering ist und man eben doch so weitermacht wie bisher. Dies zeigt sich mir dann beispielsweise an der Entscheidung vor ein paar Tagen, dass männliche Küken weiterhin geschreddert werden dürfen. Das macht mich einfach nur wütend und ich könnte mich darüber stundenlang aufregen.

      Und ja, ich stimme dir zu, dass sich mittlerweile ein unglaublicher Markt an Veggie-Produkten etabliert hat. Ich persönlich halte mich davon fern, weil ich erstens keinen Ersatz brauche, da Gemüse so viel zu bieten hat und zweitens die Frage im Raum steht, wie gesund das ist. Du hast sicher recht, dass ausgewogen etwas Anderes ist. Für andere vielleicht eine Option, für mich nicht.

      Ich finde wichtig, dass dieses „Umdenken“ stattfindet. Meiner Meinung nach sollte jeder zu einem Flexitarier werden und Fleisch selten konsumieren, sodass es wieder zu etwas Besonderem wird. Das würde auch unserer Erde gut tun.
      Wichtig ist, dass niemand den anderen belehrt oder zwingt, sondern jeder vor der eigenen Haustür kehrt. Mittlerweile gibt es so viele Dokus und Berichte über Massentierhaltung, Landwirtschaft, Abgase und Co., dass es nicht schwer fallen dürfte, sich seine Meinung darüber zu bilden. Die eigene Bequemlichkeit und Gewohnheit sind der Knackpunkt, denn die muss man ändern.

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